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Ertragswertrechner

Ermittle den objektiven Verkehrswert deiner Kapitalanlage.

1 Gebäudedaten

Die gesamte vermietbare Wohnfläche laut Mietvertrag oder Teilungserklärung.

Summe aller Kaltmieten pro Jahr (ohne Nebenkosten). Bei Leerstand: Ortsübliche Marktmiete ansetzen.

Pauschale für nicht auf den Mieter umlegbare Kosten (Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfallwagnis).

Wichtig für die Restnutzungsdauer. Bei Kernsanierung kann ein fiktives, neueres Baujahr angesetzt werden.

Geschätzte Kosten für sofort anstehende Reparaturen (Dach, Heizung, Fenster). Wird vom Wert abgezogen.

2 Boden & Lage

Wo finde ich den Bodenrichtwert?

Der Bodenrichtwert (BRW) ist ein amtlicher Durchschnittswert für den Boden in €/m².

  1. Öffne BORIS-D.de (Amtliches Portal, kostenlos).
  2. Gib deine Adresse ein und klicke auf das Grundstück.
  3. Kopiere den Wert (z.B. "450 €") in das Feld unten.

Hinweis: In manchen Bundesländern (z.B. Bayern) ist der Abruf kostenpflichtig.

Trage hier den Wert aus BORIS ein.

/1000
Dein Bodenanteil:

Der Anteil (MEA) steht im Kaufvertrag oder in der Teilungserklärung (z.B. 250/1.000).

%

Drückt das Risiko der Lage aus. Je niedriger, desto besser/teurer die Lage.

Ertragswert berechnen: So ermittelst du den wahren Wert deiner Kapitalanlage

Du überlegst, ein Mehrfamilienhaus zu kaufen, eine vermietete Eigentumswohnung zu finanzieren oder willst wissen, ob dein Renditeobjekt seinen Preis wert ist? Dann ist das Ertragswertverfahren dein wichtigstes Werkzeug. Denn bei Immobilien, die Mieteinnahmen erwirtschaften, zählt nicht die Bausubstanz – sondern was unterm Strich an Rendite übrig bleibt.

Unser Ertragswertrechner wendet exakt die Formeln der Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) an – dasselbe Verfahren, das auch Gutachter, Banken und das Finanzamt nutzen. So bekommst du in wenigen Minuten eine fundierte Einschätzung, die du direkt mit dem geforderten Kaufpreis vergleichen kannst.

💡 Gut zu wissen: Die drei gesetzlichen Bewertungsverfahren – Ertragswert, Sachwert und Vergleichswert – liefern oft sehr unterschiedliche Ergebnisse. Warum das so ist und welches Verfahren wann greift, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber: „Hilfe, mein Haus hat drei Preise!“.

Ertragswertverfahren einfach erklärt: Schritt für Schritt

Das Ertragswertverfahren beantwortet eine zentrale Frage: „Was darf eine vermietete Immobilie maximal kosten, damit sich die Investition über die Mieteinnahmen rechnet?“ Dabei wird der Wert des Grundstücks (Bodenwert) getrennt vom wirtschaftlichen Wert des Gebäudes (Gebäudeertragswert) betrachtet.

1

Reinertrag ermitteln

Jahresrohmiete (Netto-Kalt) abzüglich der Bewirtschaftungskosten (Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfallwagnis). Ergebnis: der dauerhaft erzielbare Überschuss.

2

Bodenverzinsung abziehen

Der Boden verliert nicht an Wert – sein Ertrag wird separat über den Liegenschaftszins verzinst und vom Reinertrag abgezogen. Was übrig bleibt, ist der Ertrag des Gebäudes.

3

Vervielfältiger anwenden

Der Gebäudeertrag wird mit einem Faktor multipliziert, der die Restnutzungsdauer und den Zinssatz berücksichtigt. Zusammen mit dem Bodenwert ergibt sich der Ertragswert.

Formel: Ertragswert = Bodenwert + (Reinertrag − Bodenverzinsung) × Vervielfältiger

Für wen ist der Ertragswertrechner gedacht?

Paare & Familien mit Kaufabsicht

Ihr überlegt, statt eines Eigenheims lieber eine vermietete Immobilie als Kapitalanlage zu kaufen? Der Ertragswertrechner zeigt euch, ob der Kaufpreis durch die Mieteinnahmen gedeckt wird – eine entscheidende Frage vor dem Banktermin. So erkennt ihr, ob die Baufinanzierung für eine Kapitalanlage auf soliden Füßen steht.

Singles mit erstem Investment

Du willst deine erste Eigentumswohnung als Kapitalanlage kaufen und fragst dich: „Reicht mein Einkommen für die Finanzierung?“ Indem du den Ertragswert berechnest, siehst du sofort, wie die Bank dein Objekt voraussichtlich bewerten wird – oft deutlich niedriger als der Angebotspreis. Diese Lücke musst du mit Eigenkapital oder Bonität schließen.

50+ – Umschuldung, Erbschaft oder Altersvorsorge

Du besitzt bereits ein vermietetes Mehrfamilienhaus und möchtest umschulden, den Verkehrswert für die Erbschaftsteuer ermitteln oder prüfen, ob eine weitere Immobilie als Altersvorsorge taugt? Der Ertragswert ist hier die relevante Kenngröße – sowohl für die Bank als auch für das Finanzamt (§ 182 BewG).

Ertragswert und Bankfinanzierung: Was du wissen musst

Banken bewerten vermietete Immobilien fast immer nach dem Ertragswertverfahren. Das hat direkte Konsequenzen für deine Baufinanzierung:

Kaufpreis liegt über dem Ertragswert? Das ist der häufigste Fehler bei Neueinsteigern. Wenn die Mieteinnahmen den Kaufpreis nicht wirtschaftlich stützen, finanziert die Bank nur bis zum Ertragswert. Den Rest musst du aus Eigenkapital beisteuern – oder der Deal platzt.
Kaufpreis liegt unter dem Ertragswert? Glückwunsch – du hast möglicherweise ein echtes Schnäppchen gefunden. Die Bank wird dir hier in der Regel bessere Konditionen anbieten, weil die Sicherheit (Beleihungswert) hoch ist.
Tipp für die Verhandlung: Lege deinem Bankberater den berechneten Ertragswert vor. Das zeigt Kompetenz und hilft, realistische Konditionen auszuhandeln. Viele Käufer gehen unvorbereitet ins Gespräch und werden vom niedrigeren Bankwert kalt erwischt.

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Häufige Fragen zum Ertragswertverfahren

Was ist der Unterschied zwischen Ertragswert und Sachwert?

Der Ertragswert bemisst, was eine Immobilie aufgrund ihrer Mieteinnahmen wert ist – relevant für Kapitalanlagen wie Mehrfamilienhäuser oder Gewerbeimmobilien. Der Sachwert hingegen fragt: „Was würde es kosten, dieses Gebäude heute neu zu errichten?“ Er kommt vor allem bei selbst genutzten Einfamilienhäusern zum Einsatz.

Mehr dazu in unserem ausführlichen Vergleich der drei Bewertungsverfahren.

Wie bewertet die Bank meine Kapitalanlage-Immobilie?

Banken nutzen bei vermieteten Immobilien primär das Ertragswertverfahren zur Ermittlung des Beleihungswertes. Dabei setzen sie oft konservativere Annahmen an: niedrigere Mieten (nachhaltig erzielbare Miete statt aktueller Miete), höhere Bewirtschaftungskosten und einen Sicherheitsabschlag von 10–20 %. Der daraus resultierende Beleihungswert bestimmt, wie viel Kredit du maximal bekommst.

Was ist der Liegenschaftszins und woher bekomme ich ihn?

Der Liegenschaftszins drückt die marktübliche Verzinsung einer Immobilie aus – ähnlich wie ein Kapitalmarktzins, nur für Grundstücke. Er wird vom örtlichen Gutachterausschuss veröffentlicht. Richtwerte: In Top-Lagen (München, Hamburg) liegt er oft bei 2,0–2,5 %, in mittleren Lagen bei 3,0–4,5 % und bei Gewerbe oder Randlagen bei 5 % und mehr. Unser Rechner bietet dir eine Hilfe zur Einschätzung direkt im Eingabefeld.

Kann ich den Ertragswert für die Erbschaftsteuer nutzen?

Ja. Das Finanzamt bewertet vermietete Immobilien gemäß § 182 BewG nach dem Ertragswertverfahren für die Feststellung des Grundbesitzwerts bei Erbschaft oder Schenkung. Liegt der vom Finanzamt ermittelte Wert deutlich über dem tatsächlichen Marktwert, kannst du mit einem Sachverständigengutachten gegensteuern und so deine Erbschaftsteuer senken. Unser Rechner gibt dir eine erste Orientierung, ob sich ein Gutachten lohnen könnte.

Wie genau ist ein Online-Ertragswertrechner?

Unser Rechner nutzt die offiziellen Formeln der ImmoWertV und liefert bei korrekten Eingabedaten ein Ergebnis, das dem eines vereinfachten Gutachtens entspricht. Die Qualität hängt von deinen Eingaben ab: Wenn du den Bodenrichtwert über BORIS-D recherchierst und realistische Mieten ansetzt, liegt das Ergebnis oft nah an der Bankbewertung. Für rechtsverbindliche Zwecke (Gericht, Finanzamt) brauchst du allerdings ein zertifiziertes Sachverständigengutachten.

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