Ein Blick in die Bodenrichtwertkarte verrät den Quadratmeterpreis für Bauland in einer bestimmten Zone. Viele Eigentümer multiplizieren diesen Wert einfach mit ihrer Grundstücksfläche. Das Ergebnis ist jedoch oft falsch. [cite_start]Der Grund: Der Bodenrichtwert bezieht sich immer auf ein sogenanntes Bodenrichtwertgrundstück[cite: 173].
Das "fiktive" Modellgrundstück
Der Gutachterausschuss definiert für jede Zone ein Mustergrundstück. [cite_start]Dieses ist unbebaut und fiktiv[cite: 173]. Es hat eine definierte Größe, Tiefe und Art der Nutzung (z.B. Einfamilienhaus, zweigeschossig). Weicht Ihr Grundstück von diesem Muster ab, muss der Wert angepasst werden.
Wichtige Anpassungsfaktoren
Die ImmoWertV und die Anwendungshinweise (ImmoWertA) geben vor, wie Abweichungen zu behandeln sind:
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- Maß der baulichen Nutzung: Darf auf Ihrem Grundstück mehr gebaut werden (höhere Geschossflächenzahl) als auf dem Richtwertgrundstück, steigt der Bodenwert[cite: 169].
- Grundstücksgröße und -tiefe: Sehr große Grundstücke haben oft einen geringeren Quadratmeterpreis für die hinteren Flächenanteile. [cite_start]Hier kommen Umrechnungskoeffizienten zum Einsatz[cite: 169].
- Erschließungszustand: Ist das Grundstück "beitragsfrei", also alle Erschließungskosten bezahlt? [cite_start]Der Bodenrichtwert geht bei baureifem Land meist von Beitragsfreiheit aus[cite: 175].